Ailurophobie – wie kann irgendjemand ernsthaft Angst vor Katzen haben?

Als Ailurophobie wird die krankhafte Panik vor Katzen bezeichnet. Im Gegensatz zur Spinnen- oder Hundephobie wird diese Erkrankung von den gesunden Mitmenschen leider oftmals belächelt, oder man macht sich gar über die Betroffenen lustig.

Schließlich ist es für gesunde Menschen und insbesondere für Katzenliebhaber schwer nachzuvollziehen, wie jemand beim Anblick einer Katze in Panik geraten kann, Schweißausbrüche bekommt und vielleicht sogar um sein Leben fürchtet. Daher werden Katzenphobien von den Betroffenen deutlich häufiger verheimlicht als andere, anerkanntere Panikstörungen. Die Angst, nicht ernst genommen zu werden ist einfach zu groß.

Ailurophobien kann man, wie aller Panikstörungen, durch eine Therapie bekämpfen. Hierzu ist aber unbedingt der Wille des Patienten, etwas gegen die Panik zu tun, erforderlich. Bei der Therapie geht es darum, dem Körper des Patienten beizubringen, was der Kopf längst weiß: “Eine Katze ist nur eine Katze und wenn man sich ihr stellt, lässt die Angst irgendwann nach.”

Hierzu wird der Patient in eine Situation gebracht, die er grade noch aushält, ohne dass der Drang zur Flucht überhand nimmt. Das kann beim einen Patienten bereits die direkte Konfrontation mit einer Katze aus Fleisch und Blut sein, während der andere schon genug damit zu tun hat, ein Foto einer Katze zu betrachten. Diese, für die Patienten sehr belastende Situation, wird solange ausgehalten, bis die Stresssymptome des Körpers merklich nachlassen. Ein hoher Stresslevel kann vom Organismus nicht ewig aufrecht erhalten werden und so fährt dieser irgendwann gezwungenermaßen deutlich herunter. Es ist wichtig, die Konfrontation nicht früher abzubrechen, da ansonsten kein Therapieerfolg einsetzen kann. Kann der Patient eine Situation erfolgreich bewältigen, so erfolgt in der nächsten Sitzung eine kleine Steigerung. Es ist aber das Wichtigste, dass die Situation bis zum Ende ausgehalten werden kann, daher sollten die Anforderungen im Zweifelsfall lieber zu langsam, als zu schnell gesteigert werden.

Personen mit Katzenphobie werden zwar auch nach erfolgreicher Behandlung nur selten zu ausgesprochenen Katzenliebhabern, aber ein normales Leben, mit Katzenhaltern im Freundeskreis und stressfreien Begegnungen mit Katzen im Alltag ist möglich.